KOSTBAR 2022

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bei Hella & Hermann in der Burgstr. 9-10.

Die Welt auf dem Teller

Keno Westhoff
Cook Organic Not The Planet.

Foto: The All-Nite Images / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0).

Im neuen IPCC-Bericht wird ein besonderes Augenmerkt auf Landnutzung und Landwirtschaft als zwei der zentralen Treibhausgas-Verursacher gelegt. Der Bericht macht deutlich, dass nicht nur bei Energie und Mobilität ein rascher Wandel notwendig ist, um den Klimawandel auszubremsen. Wie müssen diese Änderungen aussehen? Die Vorstellungen darüber gehen weit auseinander.
Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, fordert eine Systemänderung und nennt als Blaupause die ökologische Landwirtschaft: „Der Grund liegt im System: Bio setzt auf Viehbesatz, der an die Flächen angepasst ist, nutzt keine energieaufwändigen Kunstdünger oder naturfremden chemisch-synthetischen Pestizide. Das vermindert den Energieaufwand der Landwirtschaft, wodurch der CO2-Fußabdruck schrumpft.“
Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, äußert sich verhaltener und denkt eine Intensivierung der Landwirtschaft an: „Der Bericht des Weltklimarats verdeutlicht, vor welchen enormen globalen Herausforderungen wir in der Landwirtschaft stehen: Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung, Anpassung an den Klimawandel und Steigerung des Klimaschutzbeitrages. Diese Aufgaben können wir nur lösen, wenn die Landwirtschaft weltweit auf den vorhandenen Flächen mehr Lebensmittel mit geringeren Treibhausgasemissionen erzeugt und nicht noch weiter die Flächen zu Lasten von Wäldern ausgedehnt werden.“ Eine intensivierte Landwirtschaft ist laut dem Umweltbundesamtes das Gegenteil von dem, was sich der Deutsche Bauernverband verspricht: eine riesige Gefahr für Klima und Umwelt. „Die auf Ertragssteigerung ausgerichtete Intensivlandwirtschaft hinterlässt nicht nur eintönige, ausgeräumte Agrarlandschaften. Der Einsatz von schweren Maschinen und die intensive Bodenbearbeitung kann Bodenverdichtungen, eine steigende Gefahr für Wasser- und Winderosionen und einen Verlust der Bodenfruchtbarkeit verursachen. Für Nitratbelastungen des Grundwassers und die Nährstoffüberversorgung (Eutrophierung) von Flüssen, Seen und Meeren ist vor allem die intensive Stickstoffdüngung (organisch und mineralisch) verantwortlich.“, heißt in einem Beitrag vom Januar 2019. Die Konzeption eines oder meherer Modelle für eine nachhaltige Landwirtschaft auf dem gesamten Planeten ist lange überfällig. Jetzt muss sie umso stärker forciert werden.

2 Comments

  1. Quasimodro Antworten

    Hört euch mal einen Vortrag von Prof. Dr. Kirstein an

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