KOSTBAR 2022

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Wie wollen wir Stadt und Land in Zukunft ernähren?

Barthel Pester

Themenschwerpunkt Ernährung auf den Oldenburger Zukunftstagen

!cid_BC965EE5-D1AC-4D3D-81FB-6DFA8BF90108@fritzIm Rahmen des Themenschwerpunktes Ernährung auf den Oldenburger Zukunftstagen wurde über eine zukunftsfähige Landwirtschaft diskutiert und gemeinsam schnippelnd und kochend an konkreten Ideen für Oldenburg und umzu gearbeitet.

Die Fishbowl-Diskussion mit dem niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer und der südafrikanischen Gartenbauingenieurin Zayaan Khan, die Slow Food Youth Africa aufbaut, sowie weitere Impulsvorträge, läuteten am Freitagnachmittag im voll besetzen PFL das Thema ein: Wie wollen wir Stadt und Land in Zukunft ernähren?

!cid_B26AFEAF-07A6-4A8D-84BD-26A2E8C0BB08@fritzChristian Meyer, niedersächsischer Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz, lobte die engagierten Bürger*innen der Zukunftstage, die auch Kosument*innen, sind: „Wir fördern als Landesregierung den ökologischen Landbau sowie die regionale Verarbeitung und Vermarktung auf vielfältige Weise. Wir begrüßen deshalb den Ansatz des Politischen Suppentopfes, durch ein breites bürgerschaftliches Engagement bäuerliche und ökologisch wirtschaftende Betriebe zu unterstützen.“ Meyer hat den Dialog unterschiedlicher Akteure und die mögliche Gründung eines Ernährungsrates in der Stadt Oldenburg begrüßt.

Die Brisanz der Frage einer gerechten und zukunftsfähigen Landwirtschaft und die Notwendigkeit gesellschaftlichen Handelns wurde zeitgleich von der „Demo: TTIP und CETA stoppen“ am selben Wochenende in Hannover thematisiert. Welchen Beitrag können wir Verbraucher*innen für die Zukunft der Landwirtschaft und unserer Ernährung !cid_31C3C671-5E2F-47CF-9960-5D9B6064D167@fritzleisten? Wo findet der Dialog, wie wir uns ernähren wollen statt, wenn nicht hier?

Zayaan Khan zeigte sich beeindruckt von dem Interesse des Ministers und so vieler unterschiedlicher Akteure aus Politik, Kirche, Unternehmen usw. die für das Thema zusammen gekommen sind: “Das sei in Südafrika derzeit undenkbar.”

Mit seinem lokalen Partner vor Ort, dem Ökumenischen Zentrum Oldenburg (ÖZO), hat der Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen (VEN) den Dialog um zukunftsfähige Ernährung und Landwirtschaft initiiert. „Wenn in westafrikanischen Ländern lokale Märkte durch billiges Fleisch aus der EU zerstört werden und die Bauern dort ihre Lebensgrundlage verlieren, gehört das zu unserer Verantwortung,“ sagte Katrin Beckedorf, die Geschäftsführerin des VEN. Für Ilka Wäsche vom ÖZO verschafft der Blick über den Tellerrand die Verbindung zu den vielen gesellschaftlichen Bewegungen zu Umwelt- und Ernährungsthemen, die die Bevölkerung auch hier vor Ort beschäftigen: „Veränderungen können nur mit allen Beteiligten erfolgen. Dazu gehören die Landwirte ebenso wie die Verbraucher*innen, Aktive aus Umwelt und Entwicklung und die Politik. Alle werden in den Dialog einbezogen.“

!cid_6E7BBFAF-3ABD-4FD1-874E-844E8E798DFA@fritzDas Motto der Zukunftstage „wir … miteinander statt gegeneinander, gemeinsam statt einsam: wie wollen wir in Zukunft leben?“ fand so auch am Samstag Ausdruck im Workshop „Politischer Suppentopf“. Hier ging es darum, Oldenburger Initiativen, Höfe, Projekte, Unternehmen und interessierte Bürger*innen zusammenzubringen, welche bereits an alternativen Ideen im Ernährungssektor arbeiten (u. a. KOSTBAR, Foodsharing, Ecocion, Wurzelwerk).

Hinter dem Format „Politischer Suppentopf“ verbirgt sich dabei eine Partizipations-, Schnibbel- und Genussveranstaltung, denn Kreativität wird gemeinschaftlich, solidarisch und mit Spaß gestaltet. Initiativen stellten sich vor, lernten sich kennen und in einer Gruppenphase wurde in verschiedenen Themengruppen an konkreten Ideen für Oldenburg gearbeitet. Aktionen wie die spontanen urbanen Begrünungen als Straßenfest und Ansätze kleiner „essbarer Stadtviertel“ wurden erstellt und erste Konturen eines Ernährungsrates gezeichnet. Mit den Ergebnissen wird nun weiter an den Ideen gesponnen, wobei einige Gruppen bereits Folgetreffen vereinbart !cid_5273B564-00E4-4C6B-AC9F-1F3FBB771C23@fritzhaben. „An dieser Stelle konstruktiv Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen, ist die Idee des Ernährungsrates, der an beiden Tagen intensiv diskutiert wurde“, ergänzt Ilka Wäsche vom ÖZO.

Den Abschluss der Workshopveranstaltung krönte das gemeinsam geschaffene Abendessen mit interessanten Gesprächen der Teilnehmer*innen.

Klar ist, der Anfang ist geschafft, denn vielfältige Initiativen und ihre aktiven Oldenburger*innen haben sich kennen gelernt, die Frage einer zukunftsfähigen Landwirtschaft und Stadtversorgung gemeinsam in die Hand genommen und arbeiten nun zusammen an Ideen für Oldenburg und umzu zu der Frage, wie wir uns zukünftig ernähren möchten.

Für Andreas Büttner, einen der Organisatoren der Oldenburger Zukunftstage, war das Thema einer zukünftigen Ernährung im Kontext des Mottos der Zukunftstage „Ich – du – wir“ auch deshalb so wichtig, weil „wir vor Ort unsere globale Verantwortung praktisch umsetzen können. Dann reden wir nicht nur vom „wir“, sondern tun auch etwas dafür.“

Der Themenschwerpunkt Ernährung der Oldenburger Zukunftstage wurde von der Kooperationspartnern Verband Entwicklungpolitik Niedersachen (VEN) und dem Ökumenisches Zentrum Oldenburg verantwortet.

Fotos von Jörg Hemmen vom Freitagnachmittag gibt es bei KOSTBAR unter https://www.flickr.com/photos/kostbar-oldenburg/albums/72157667698544905.

Weitere Fotos von Jörg Hemmen vom Samstag gibt es unter https://www.flickr.com/photos/kostbar-oldenburg/albums/72157665346663404.

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