Alternative Bilanz bei der Bahn

Keno Westhoff
Konzernzentrale der Deutschen Bahn in Berlin.

Konzernzentrale der Deutschen Bahn in Berlin. Foto: Deutsche Bahn AG.

Das Bündnis Bahn für Alle stellte am 27. März ihren Alternativen Geschäftsbericht für die Deutsche Bahn AG vor. Es ist Tradition geworden, dass der Alternative Geschäftsbericht einen Tag vor der offiziellen Bilanz der Bahn präsentiert wird.
Das Bündnis beurteilte die finanzielle Lage des Konzerns als desolat. Es sei offensichtlich, dass die Schulden aus den mangelhaft geplanten Prestigeprojekten wie Stuttgart 21 entstanden seien. Der Zustand der grundlegenden Bahninfrastruktur sei zu bedauern. Gewinne aus den Infrastrukturgesellschaften sollten nicht abgeführt werden, sondern müssten reinvestiert werden. Winfried Wolf vom Bündnis Bürgerbahn statt Börsenbahn kritisierte die Einstellung der Nachtzüge als absurd, die Österreichischen Bundesbahnen seien sehr erfolgreich mit der Übernahme der Strecken.

Auch der InterRegio, abgeschafft im Jahr 2001, soll nach Meinung von Bahn für Alle wieder eingeführt werden. Der IR sei eine äußerst erfolgreiche Zuggattung gewesen, sie habe die Leerstelle zwischen Fern- und Nahverkehr gefüllt. Mit dem IC 2 sei bereits eine ähnliche Lösung gefunden worden. Die Deutsche Bahn stellte zudem letztens den ECx vor, der ebenfalls als Nachfolger des IR gesehen werden kann.
Der Deutschlandtakt ist laut dem Bündnis ein sinnvoller Plan, jedoch sei er „30 Jahre zu spät“. Die Schweiz hatte bereits 1982 einen Integralen Taktfahrplan beschlossen. Wolfgang Hesse, emertierter Professor für Informatik an der Universität Marburg und ebenfalls Mitgleid von Bürgerbahn statt Börsenbahn, betont zudem, dass die Planung an einigen Verkehrsknoten überdacht werden müsse, damit ein Integraler Taktfahrplan funktioniere.
Teil des Bündnis Bahn für alle sind unter anderem die ostdeutsche Umweltorganisation Grüne Liga, Attac, die Jusos, die Grüne Jugend und die linksjugend [’solid]. Die vollständige Mitgliederliste findet sich auf der Website.

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