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Papst geißelt Umweltzerstörung und Konsum

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Klaus Hagedorn (Forum St. Peter), Norbert Mette (TU Dortmund) und Werner Onken (Ringvorlesung zur Postwachstumsökonomie)

In Laudato Si’ spricht der Papst alle Menschen dieser Welt an, also auch alle Religionen, um mit ihnen in einen Dialog über den Klimawandel und die soziale Frage zu treten. Ein gelungener Abend im Forum St. Peter mit (v.l.n.r.) Klaus Hagedorn (Forum St. Peter), Norbert Mette (TU Dortmund) und Werner Onken (Ringvorlesung zur Postwachstumsökonomie).

Papst Franziskus hat im vergangenen Mai das Ende von Kohle und Öl gefordert, als er seine Enzyklika „Laudato Si’“ zeitlich sehr geschickt ein halbes Jahr vor der entscheidenden UN-Klimakonferenz in Paris veröffentlicht hat. „Die Sorge für das gemeinsame Haus“ war damals der absolute Knaller und sorgte weltweit für Aufsehen. Die ökologische Moralpredigt stellte auch global die soziale Frage, indem sie mehr Rechte für Arme forderte.

Im Oldenburger FORUM St. Peter hat der Theologe Professor Norbert Mette im Rahmen der Ringvorlesung zur Postwachstumsökonomie an der Uni Oldenburg anhand der Gliederung der Enzyklika aufgezeigt, wie der Papst die Menschen des Nordens herausfordert, wenn er deren ökologische Schuld aufzeigt. Vor Jahrhunderten hatte eine solche päpstliche Enzyklika einen sehr hohen Verbindlichkeitscharakter, sprich sie musste unbedingt umgesetzt und gelebt werden. Die katholische Kirche in Deutschland hat sie schleunigst in der Schublade verstaut. Weltweit dagegen ist die Öko-Enzyklika begeistert gelesen worden. Die britische Tageszeitung Guardian beispielsweise spricht vom „erstaunlichsten und vielleicht ambitioniertesten Papier eines Papstes in den letzten hundert Jahren“.
Mette ist gespannt auf das globale solidarische Moment, wann tritt es ein? Denn der Papst hat das „gemeinsame Haus“ angesprochen und alle Menschen, die darin leben, also auch allen anderen Religionen. Diejenigen, die sich entgegengesetzt der Hausordnung verhalten, fordert er auf, ihren Lebensstil zu ändern. Franziskus spricht Klartext: Er geißelt Umweltverschmutzung und soziale Verelendung, er plädiert für das grundlegende und durch nichts in Frage zu stellende Menschenrecht auf Wasser. Die ökologische Krise ist menschengemacht – und zwar von einigen wenigen auf Kosten der gesamten Menschheit. Mette verdeutlicht, warum der Papst so dermaßen deutlich formuliert hat: Es ist höchste Zeit, jetzt kommt es darauf an. Der selbstmörderische Kurs der Menschheit hat sich mit dramatischen Folgen der Technik unterworfen.
Das Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholik_innen stellt wie niemand zuvor das globale Wirtschaftssystem in Frage. Er erkennt die Atmosphäre als schützendes Gemeingut an. Diese Formulierung wurde im Bericht des Weltklimarates vom Haupttext in eine Fußnote verstaut.
Also Menschheit: Ein wirkungsvoller und vor allem ein gerechter Klimaschutz sind möglich. Lasst uns gemeinsam beginnen, bevor es zu noch größeren Katastrophen. Das beginnt im alltäglichen Handeln und ist sehr einfach.

Enzyklika Laudato Si’

Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 202: Enzyklika Laudato Si’ von Papst Franziskus über die Sorge für das gemeinsame Haus vom 24.05.2015.

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